Beim Halleschen FC hat Niklas Landgraf seinen Stammplatz in der Innenverteidigung zurückerobert – Pascal Schmedemann muss sich hinten anstellen.
Zwei Spieltage, zwei Unentschieden, eine Abwehr, die noch nicht stabil steht: Beim Halleschen FC zeigte sich sowohl beim 2:2 in Greifswald als auch beim 1:1 gegen Rot-Weiß Erfurt dieselbe Schwachstelle. Sobald der Gegner das Pressing der Rot-Weißen mit langen Bällen überspielte, wurde es hinten gefährlich. Trotzdem hält Trainer Robert Schröder an seiner aktuellen Innenverteidiger-Lösung fest: Niklas Landgraf statt Pascal Schmedemann.
Dabei war die Ausgangslage vor der Saison eine andere. Landgraf, dienstältester Spieler im Kader und im Sommer als Kapitän von Burim Halili abgelöst, sollte im neuen 4-2-2-2-System eigentlich im zentralen Mittelfeld auflaufen. Die Innenverteidigung schien mit Halili und Schmedemann bereits verplant.
Dass es anders kam, erklärt Landgraf mit seiner starken Vorbereitung: Er habe den Trainer mit seinen Fähigkeiten auf der Position überzeugt. Schröder bestätigt diesen Eindruck und wird nach der Partie gegen Erfurt konkreter: In Sachen Ballsicherheit und Verteidigungsverhalten seien Landgraf und Halili im gesamten Vorbereitungsprozess weiter gewesen als Schmedemann oder auch Vin Kastull. Als es gegen Erfurt galt, eine knappe Führung zu verteidigen, brachte Schröder folgerichtig Kastull statt Schmedemann.
Für den 26-jährigen Schmedemann, der zu Beginn der Vorsaison zu den prägenden Spielern der Liga zählte, ist die Entwicklung bitter. In der Vorbereitung wirkte er sowohl mit als auch gegen den Ball ungewohnt unsicher und rutschte in der internen Hierarchie ab. Schröder machte klar, dass sich jeder Spieler seinen Platz erarbeiten müsse – betonte aber zugleich, von Schmedemanns Qualitäten überzeugt zu sein und im Saisonverlauf noch auf ihn zu setzen.
Ganz unbegründet ist das nicht: In guter Form bringt Schmedemann Tempo und Zweikampfstärke mit, die dem HFC derzeit fehlen könnten – gerade angesichts der bisherigen Abwehrprobleme. Am Mittwoch bei Chemie Leipzig dürfte Schröder dennoch erneut auf das Duo Halili/Landgraf setzen. Ob und wie schnell Schmedemann zurück in seine Form der Vorsaison findet, bleibt die offene Frage der kommenden Wochen.