Der Hallesche FC hat im zweiten Spieltag der Regionalliga Nordost gegen Rot-Weiß Erfurt einen Punktgewinn aus der Hand gegeben. Vor 8.942 Zuschauern führte die Elf von Robert Schröder von der 74. bis zur 87. Minute, ehe RWE durch Nathan Claxton noch zum 1:1-Endstand ausglich.
Über weite Strecken der ersten Partiehälfte ließ sich beim HFC kein klar erkennbares Spielsystem festmachen. Die Mannschaft agierte über weite Phasen ohne klare Struktur im Aufbau, es fehlte an Zielstrebigkeit in den eigenen Aktionen. Bezeichnend für die geringe Torgefahr beider Mannschaften in der ersten Halbzeit: RWE-Torhüter Otto hatte bis zur 70. Minute so wenig zu tun, dass er sich zwischenzeitlich rund 20 Meter vor seinem eigenen Tor mit Dehnübungen warmhielt.
Erst nach der Führung durch Niclas Stierlin, der eine Ecke per Kopf zum 1:0 verwertete, kam Bewegung in die Partie – allerdings vor allem auf Erfurter Seite. RWE erhöhte den Druck spürbar und erspielte sich mehrere gute Gelegenheiten, ehe Claxton in der 87. Minute nach einem abgefälschten Distanzschuss von Caciel zum Ausgleich traf. Für seinen überschwänglichen Jubel sah Claxton unmittelbar danach die Gelb-Rote Karte.
Auffällig war zudem die Wechselpolitik von Trainer Robert Schröder in der Schlussphase. Nach der Führung brachte er mehrfach frische Kräfte, ohne dass die Einwechslungen spielerisch Wirkung zeigten – der erhoffte Impuls für die Defensive beziehungsweise für die Absicherung des Ergebnisses blieb aus.
Nach dem Remis zum Auftakt in Greifswald ist es für den HFC bereits das zweite nicht überzeugende Saisonspiel in Folge. In den sozialen Netzwerken wird Schröder von Teilen der Fans bereits nach zwei Spieltagen kritisch angezählt – ein früher Vertrauensvorschuss für den Trainer scheint nach dem bisherigen Auftreten der Mannschaft nicht mehr uneingeschränkt gegeben.





