Vor dem DFB-Pokalduell des Halleschen FC gegen Schalke 04 am Montagabend hat sich HFC-Urgestein Dariusz Wosz zu den Außenseiterchancen seines Ex-Klubs geäußert. Der frühere Bochum- und Hertha-Profi, der seine Karriere einst beim HFC begann, sieht trotz des Klassenunterschieds von drei Ligen Möglichkeiten für eine Überraschung.
Wosz erinnerte an eine alte Faustregel seines früheren Trainers Peter Neururer, wonach pro Liga Unterschied ein Tor Differenz einzukalkulieren sei – räumte aber ein, dass diese Rechnung selten aufgehe. Als Vergleich zog er die jüngsten Duelle zwischen Bochum und Bayern München heran: In den vergangenen vier Jahren habe der VfL dreimal gegen den Rekordmeister gewonnen, eine Bilanz, die seinesgleichen suche.
Für Halle gehe es vor allem darum, das Spiel über eine geschlossene Mannschaftsleistung und intensives Pressing so lange wie möglich offen zu gestalten. Die jüngste Niederlage im Regionalliga-Topspiel gegen den FSV Bau Union Altglienicke müsse dabei ausgeblendet werden, so Wosz. Bei den prominent besetzten Schalkern mit Robin Gosens und Edin Dzeko sieht er keine Garantie für einen Sieg – beide Spieler seien nicht mehr die Jüngsten und müssten erst einmal ihre Fitness unter Beweis stellen. Die Qualität der Mannschaft von Trainer Miron Muslic gehe aber deutlich über die beiden Namen hinaus, betonte Wosz und nannte auch Akteure wie Karaman, El-Faouzi, Adamu und Sylla als Schlüsselspieler.
Chancen für eine Überraschung sieht er am ehesten über Standardsituationen, einen Distanzschuss oder einen schnellen Konter. Auch ein individueller Fehler des favorisierten Gegners im entscheidenden Moment sei im Pokal keine Seltenheit. Insgesamt rechnet Wosz jedoch mit einer klaren Ballbesitz-Dominanz der Königsblauen und tippt auf einen 2:0-Erfolg für Schalke.
Über die sportliche Dimension hinaus sieht Wosz das Spiel auch als Chance für den ostdeutschen Fußball insgesamt, sich einem bundesweiten TV-Publikum zu präsentieren. Angesichts der aktuellen Vereinslandschaft im Osten mit Aufsteigern wie Magdeburg, Dresden und Cottbus in der 2. Bundesliga sei ein solches Pokalduell eine willkommene Gelegenheit, sich selbst und die Stadt Halle positiv in Szene zu setzen. Dem Halleschen FC traut er langfristig sogar wieder das Potenzial für die 3. Liga zu.